Grundregeln
Wer keine Zeit hat, liest nur diese Seite — damit sind 90 % der Fälle richtig gelöst. Jede Regel nennt den Abschnitt, dem sie gehört: dort steht der verbindliche Wortlaut, hier nur der Auszug.
- Petrol trägt, Terrakotta betont. Die Primärfarbe bestimmt die Fläche, der Akzent markiert genau das, was geklickt oder gelesen werden soll — eine Terrakotta-Fläche pro Bildschirm, die Hauptaktion.Abschnitt 03 →
- Wird das gelesen oder abgelesen? Gelesen heißt Inter — jeder Satz, jede Bildunterschrift. Abgelesen heißt IBM Plex Mono — Nummern, Maße, Etiketten, immer im Versalsatz. Eine dritte Schrift gibt es nicht.Abschnitt 04 →
- Überschriften sind größer, nicht fetter. Die Hierarchie trägt die Größe. Überschriften laufen im Regular — auch in Word und PowerPoint.Abschnitt 04 →
- Logo nur aus der Datei. Nie nachbauen, nie umfärben, nie verzerren. Es gibt für jeden Untergrund eine fertige Variante.Abschnitt 02 →
- Luft lassen. Abstände kommen aus dem 8er-Raster. Im Zweifel den größeren Wert nehmen.Abschnitt 05 →
- Lesbarkeit schlägt Geschmack. Jede Farbkombination in diesem Guide ist auf Kontrast geprüft. Kombinationen, die hier nicht stehen, sind nicht freigegeben.Abschnitt 03 →
Logo
Drei Marken, eine Wortmarke. Unterschieden werden sie allein durch die Zeile darunter. Jede gibt es in drei Farbfassungen — mehr Fassungen als diese neun existieren nicht.
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Welche Farbfassung wann? Auf weißem Grund die Primärfarbe. Auf Grund mit der Primärfarbe, Weiß. Schwarz nur, wenn ein Logo neutral sein muss — Sammelbanner mit vielen Firmenlogos, Prägung, Stempel, einfarbiger Zeitungsdruck. Ein Logo in Terrakotta gibt es nicht.
Alle Dateien haben einen transparenten Hintergrund, der Untergrund scheint also immer durch. Wer das Logo platziert, entscheidet damit über die Lesbarkeit und prüft den Kontrast. Nie in JPG umwandeln: Das Format kennt keine Transparenz und erzeugt einen weißen Kasten hinter dem Logo.
Signet
Das [x] aus der Wortmarke, freigestellt. Es unterscheidet die drei Marken nicht — es steht für maexware als Ganzes.
Das Signet ersetzt das Logo nicht
Es nennt den Firmennamen nicht und sagt nicht, welche der drei Marken gemeint ist. Wo es an der Stelle des Logos steht, verliert der Auftritt seinen Absender. Es ist eine Abkürzung für Fälle, in denen der Absender ohnehin schon feststeht — keine kleinere Fassung des Logos.
Ja
- Favicon und App-Symbol
- Profilbilder in sozialen Netzwerken
- Prägung, Gravur, Aufkleber
- Rückseite der Visitenkarte
Nein
- Als Ersatz für das Logo
- Direkt neben, über oder unter dem vollständigen Logo
- Auf ein Quadrat gezogen
Schutzraum
Rundherum bleibt mindestens die Höhe des Signets als freie Fläche. Dort steht nichts: kein Text, keine Linie, kein Bildrand, keine zweite Marke.
Man legt das Signet gedanklich an die Kante — dafür braucht es kein Lineal. Wer rechnen muss, etwa in InDesign oder Word, nimmt 14,4 % der Logobreite: Das Signet ist im selben Maßstab aus der Wortmarke freigestellt, seine Höhe entspricht 150 von 1039 Breiteneinheiten.
Das eingeblendete Signet zeigt das Maß: seine Höhe füllt den Schutzraum genau aus. An allen vier Seiten gilt derselbe Abstand.
| Logobreite | Schutzraum x |
|---|---|
| 180 px | 26 px |
| 240 px | 35 px |
| 300 px | 43 px |
| 45 mm | 6,5 mm |
Für das Signet gilt die halbe Signethöhe. Bei Favicon und App-Symbol ist das ohnehin die Luft, die es im quadratischen Rahmen braucht — dort ergibt sich der Schutzraum von selbst, wenn das Signet mittig gesetzt wird.
Mindestgrößen
Alle drei Marken haben dasselbe Format: 1039 × 216 Einheiten, ein Seitenverhältnis von 4,8:1. Es gilt deshalb ein Wert für alle drei.
| Element | Mindestbreite | Ergibt eine Höhe von |
|---|---|---|
| Logo · Bildschirm | 180 px | 37 px |
| Logo · Druck | 45 mm | 9,4 mm |
| Signet · Bildschirm | 24 px | 21 px |
| Signet · Druck | 8 mm | 7 mm |
Die Grenze setzt die Zusatzzeile, nicht die Wortmarke. „SOLUTIONS“, „IT-SERVICE“ und „KI“ stehen in Versalien, deren Höhe knapp 4 % der Logobreite beträgt. Im Druck ergeben 45 mm eine Versalhöhe von 1,78 mm — das entspricht 7 pt und damit genau der Untergrenze aus Abschnitt 13. Am Bildschirm kommen 180 px auf 1,89 mm und liegen damit knapp darüber. Beide Werte sind also an derselben physischen Größe gemessen. Darunter verschwimmt die Zeile, und mit ihr das Einzige, was die drei Marken unterscheidet.
Farben
Zwei Markenfarben, eine neutrale Grauskala, drei Signalfarben. Jeder Ton hat einen Zweck — die Abstufungen sind kein Vorrat zum freien Aussuchen.
Trägt die Marke: Kopfbereiche, große Flächen, Überschriften, Logo. Die ruhige Grundfarbe.
Lenkt den Blick: Schaltflächen, Links, aktive Zustände, einzelne Hervorhebungen. Sparsam einsetzen.
Zwei Terrakotta-Töne, ein Grund. #AF4C32 erreicht auf Weiß 5,4:1 Kontrast — genug für Schaltflächen und Flächen, aber knapp für kleine Schrift. Für farbigen Fließtext und Links deshalb #8F3D28 verwenden (7,3:1). Der Farbton bleibt gleich, nur dunkler.
Neutrale Töne
Leicht ins Petrol gezogen statt reinem Grau — dadurch wirkt die Seite geschlossen. #F7F8F8 als Seitenhintergrund, Weiß für Karten, #12171A für Text.
Signalfarben
Nur für Rückmeldungen in Formularen und Systemmeldungen. Nicht als Gestaltungsfarben verwenden.
Freigegebene Kombinationen
| Kombination | Kontrast | Bewertung | Wofür |
|---|---|---|---|
#12171A auf Weiß |
18,1:1 | AAA | Fließtext |
#4E5658 auf Weiß |
7,5:1 | AAA | Nebentext, Bildunterschriften |
#0B4E5C auf Weiß |
9,3:1 | AAA | Überschriften, Logo |
#8F3D28 auf Weiß |
7,3:1 | AAA | Links, farbiger Text |
Weiß auf #AF4C32 |
5,4:1 | AA | Schaltflächen, Flächen, Fokusring |
Weiß auf #0B4E5C |
9,3:1 | AAA | Kopfbereiche, dunkle Flächen |
#4E5658 auf #F7F8F8 |
7,1:1 | AAA | Nebentext auf Seitenhintergrund |
#8F3D28 auf #F7F8F8 |
6,9:1 | AAA | Eyebrow, Abschnittsnummer |
#A3C7CD auf #0B4E5C |
5,1:1 | AA | Nebentext auf Petrol |
#CFE2E5 auf #052B34 |
11,2:1 | AAA | Fließtext im dunklen Block |
#D88A72 auf #041F26 |
6,3:1 | AAA | Links auf dunklem Grund |
#8D9698 auf Weiß |
3,0:1 | AA · UI | Feldrahmen — nicht für Text |
#3F818E auf Weiß |
4,4:1 | AA · UI | Kontur zurückhaltender Schaltflächen |
#E8B3A2 auf #0B4E5C |
5,1:1 | AA · UI | Fokusring auf dunklem Grund |
#AF4C32 auf #052B34 |
2,8:1 | Nein | Auf Dunkel #D88A72 nehmen |
Auf dunklem Grund gelten andere Werte
Der Akzent kippt auf Petrol-Dunkel in die Unlesbarkeit. Deshalb wechselt er dort auf die hellere Stufe #D88A72 — 5,6:1 gegen #052B34. Nebentext läuft auf #A3C7CD.
Mischungsverhältnis
Grobe Orientierung für Flächen: etwa 70 % neutral (Weiß, helle Grautöne), 20 % Petrol, 10 % Terrakotta. Wenn eine Seite bunt wirkt, ist meist zu viel Akzent im Spiel.
Gezählt werden Flächen, nicht Elemente. Die Faustregel „eine Terrakotta-Fläche pro Bildschirm" aus Abschnitt 01 meint die Hauptaktion — die eine Stelle, die zum Handeln auffordert. Schmale Elemente dürfen wiederkehren: Linien, Marker, Links, Abschnittsnummern, der Fokusring. Sie sind Struktur und lesen sich nicht als Aufforderung; die 10 % oben sind die Obergrenze über alles zusammen.
Typografie
Zwei Schriften mit getrennten Aufgaben: Inter für alles, was gelesen wird. IBM Plex Mono als Akzentschrift für Kennzeichnungen, Zahlen und technische Angaben.
Beide Schriften stehen unter der SIL Open Font License und dürfen in Web, Druck und Software eingesetzt werden — auch gewerblich, ohne Lizenzkosten. Für Webseiten werden die Dateien selbst gehostet: schneller als eine Einbindung über Google Fonts und datenschutzrechtlich unkritisch.
Die Aufteilung ist streng. Inter trägt rund 90 % aller Zeichen einer Seite. Plex Mono ist die Ausnahme, die auffällt, weil sie selten kommt — wird sie zur zweiten Textschrift, ist der Effekt weg.
Von Inter wird die variable Fassung geladen, von Plex Mono ausschließlich Regular 400 — ein einziger Schnitt. Für Etiketten und Ziffern braucht es keinen zweiten.
@font-face { font-family: "Inter"; font-style: normal; font-weight: 100 900; font-display: swap; src: url("assets/fonts/InterVariable.woff2") format("woff2");}@font-face { font-family: "IBM Plex Mono"; font-style: normal; font-weight: 400; font-display: swap; src: url("assets/fonts/IBMPlexMono-Regular.woff2") format("woff2");}:root { --font: "Inter", system-ui, -apple-system, "Segoe UI", Roboto, sans-serif; --mono: "IBM Plex Mono", ui-monospace, SFMono-Regular, Menlo, Consolas, monospace; --font-features: "cv05" 1, "cv11" 1;}body { font-family: var(--font); font-optical-sizing: auto; font-feature-settings: var(--font-features); font-synthesis-weight: none;}
Das einstöckige a ist gesetzt, und zwar aus der Wortmarke heraus. Das
a in mae[x]ware ist einstöckig gezeichnet — runde Schale, gerader
Stamm, kein Bogen oben. Inter bietet dieselbe Form als Zeichenvariante an; über cv11
folgt der Fließtext damit dem Logo. Zusammen mit cv05 für das einstöckige g
ergibt das ein ruhigeres Grauwertbild.
Der Preis ist bekannt und in Kauf genommen: Word, PowerPoint und InDesign bieten keine Oberfläche für Zeichenvarianten. Angebote, Briefe und Präsentationen zeigen deshalb das zweistöckige a. Wer die Form überall haben will, braucht eine eigene Schriftfassung, in der sie die Standardzeichnung ist — dann greift sie ohne Einstellung, in jedem Programm.
Es gibt keine kursive Schriftdatei. Sie wöge rund 100 KB, die auf nahezu jeder Seite
mitgeliefert würden, um im Jahr ein paar Werktitel und Zitate zu setzen. Dieses Verhältnis trägt
nicht. font-synthesis-style bleibt deshalb auf auto, und der Browser neigt
die aufrechte Fassung. Bei einer Grotesk wie Inter, deren echte Kursive ohnehin nah an einer
Schrägstellung liegt, ist der Unterschied bei dieser Menge nicht der Rede wert — bei einer Antiqua
wäre die Rechnung eine andere.
Inter — Schnitte
Die Hierarchie liegt auf der Größe, nicht auf der Stärke. Überschriften laufen im Regular — das wirkt ruhiger und moderner als eine Seite voller Fettungen. Nur eine Ausnahme: H3 steht im Medium, weil dort der Größenabstand zum Fließtext für sich allein zu schwach wäre.
Daraus folgt eine Regel für den Alltag: Wer eine Ebene hervorheben will, greift nicht zum Gewicht, sondern prüft, ob sie eine Stufe höher gehört.
Drei Schnitte, mehr nicht. Bold 700 kommt nicht vor — auch nicht bei Hervorhebungen im Text, die im SemiBold stehen. Browser setzen fett gesetzte Stellen ohne Anweisung auf 700; im Stylesheet ist das deshalb ausdrücklich auf 600 festgelegt.
In Word und PowerPoint sind Überschriftenformate ab Werk fett. Dort die Formatvorlagen einmal auf Regular umstellen, sonst bricht das System bei jedem Angebot wieder auf.
Kursiv nur für Werktitel und Zitate — die Neigung kommt vom Browser, nicht aus einer eigenen Datei. Das trägt genau so lange, wie es selten bleibt. Unterstreichung ist Links vorbehalten. Versalsatz höchstens für drei Wörter.
Inter — Größen für den Bildschirm
Die Skala läuft fluid zwischen 360 px und 1440 px Viewport. Unten stuft sie im Verhältnis 1,15, oben 1,25: auf dem Handy enger, am Desktop kontrastreicher. Die Angaben unten nennen jeweils den kleinsten und größten Wert.
Warum die Laufweite so und nicht anders. Inter hat eine optische Achse
(opsz), die die Spationierung selbst nachführt: Sie öffnet kleine Grade und schließt
große. Deshalb steht Fließtext auf 0 und Klein sogar leicht positiv — dort arbeitet die Schrift
bereits richtig, jede zusätzliche Verengung wirkt gegen sie. Oberhalb von 32 px ist die Achse am
Anschlag, ab da muss von Hand nachgezogen werden. Das ist der Grund für die steile Kurve bei Display
und H1.
Zahlen in Fließtext-Tabellen mit font-variant-numeric: tabular-nums
setzen, damit Beträge untereinander stehen. Bei Zahlenkolonnen ist Plex Mono die bessere Wahl — dort
ist die feste Breite schon eingebaut.
Zur Umsetzung
Alle Werte in rem, auch der mittlere Term der Formel. Stünde dort nur vw, würde die Vergrößerung im Browser für die betroffenen Stufen nicht mehr greifen — eine der häufigsten Fallen bei fluiden Skalen. Die fertigen Formeln stehen als Tokens in Abschnitt 14.
Warum H4, Fließtext und Klein nicht mitwachsen. Zwischen 15 und 16 px liegt kein wahrnehmbarer Unterschied — die Formel würde nur gepflegt werden wollen, ohne etwas zu leisten. Dasselbe gilt für H4: Die Ebene liegt so nah am Fließtext, dass eine Wachstumskurve nichts sichtbar macht. Dazu kommt ein handfester Grund: Safari auf iOS zoomt selbsttätig in die Seite, sobald ein Eingabefeld kleiner als 16 px gesetzt ist. Da Formularfelder die Größe des Fließtexts erben, ist 16 px die untere Grenze.
Display ist ein Sondergrad. Er steht bewusst außerhalb der Stufung — der Sprung zu H1 ist größer als 1,25. Das ist kein Rechenfehler, sondern der Sinn eines Sondergrads: Er soll aus der Reihe fallen. Pro Seite höchstens einmal, praktisch nur auf Startseiten.
IBM Plex Mono — Akzentschrift
Die zweite Familie ist keine Textschrift. Sie benennt, zählt und markiert. Immer im Versalsatz oder in Ziffern, immer im Regular, nie über 16 px.
Die Prüffrage vor jedem Einsatz: wird das gelesen oder abgelesen? Gelesen heißt Inter. Ein Satz, ein Absatz, eine Bildunterschrift — alles Inter. Abgelesen heißt Plex Mono: eine Nummer, ein Maß, ein Etikett, ein Status.
Warum überhaupt eine zweite Schrift
Nicht als Stilmittel, sondern weil Plex Mono zwei Dinge kann, die Inter nicht kann: Sie unterscheidet ähnliche Zeichen eindeutig, und sie stellt Ziffern exakt untereinander. Bei Auftragsnummern und Maßen verhindert das Verwechslungen.
Die drei Rollen
Mehr gibt es nicht. Jede Rolle unterscheidet sich in Größe und Form von den anderen — nicht allein in der Farbe, sonst wären sie im einfarbigen Druck nicht mehr auseinanderzuhalten.
Der Eyebrow steht immer in eckigen Klammern. Sie sind das Erkennungszeichen der Marke und kehren hier an genau einer Stelle wieder — deshalb tragen nur Eyebrows sie. Ein Label in Klammern verwässert das Signal, ein Zähler in Klammern liest sich wie ein Platzhalter.
| Rolle | Form | Größe | Laufweite | Farbe |
|---|---|---|---|---|
| Eyebrow Über einer Überschrift, eine pro Abschnitt |
[VERSAL] | 13 px | +0,04 em | #8F3D28 |
| Label Etiketten, Tabellenköpfe, Kachelbeschriftungen |
VERSAL | 11 px | +0,06 em | #4E5658 |
| Zähler Nummern, Maße, Beträge, Mengen |
Ziffern | 14 px | 0 | #4E5658 |
Eyebrow · 13 px
Die Überschrift, die er ankündigt
AB-4710-08 1.480,00 € 210 × 297 mm
Wofür — und wofür nicht
Ja
- Kennzeichnungen über Überschriften
- Etiketten und Statusangaben
- Tabellenköpfe
- Auftrags-, Kunden- und Artikelnummern
- Maße, Mengen, Beträge
- Abschnitts- und Seitennummern
Nein
- Ganze Sätze, auch kurze
- Überschriften jeder Ordnung
- Schaltflächen, Navigation, Formularbeschriftungen
- Gemischter Satz aus Groß- und Kleinbuchstaben
- Anschriften, E-Mail-Adressen, Fußzeilen
- Über 16 px
Zahlenkolonnen brauchen Plex Mono nicht. Inter hat Tabellenziffern: font-variant-numeric:
tabular-nums stellt Beträge auch dort exakt untereinander. In Tabellen mit Fließtext ist
Inter deshalb die richtige Wahl — Plex Mono nur, wenn eine Nummer als Kennung für sich steht.
Klammern nicht mittippen. Im Web setzt die CSS-Klasse sie selbst — im Text steht nur KATEGORIE, angezeigt wird [KATEGORIE]. So kann die Klammer nicht vergessen werden und landet beim Kopieren nicht im Text. In Word, PowerPoint und InDesign gibt es diese Automatik nicht: dort von Hand setzen, direkt am Wort ohne Leerzeichen.
Keine Klammer in der Klammer. Steht der Firmenname im Eyebrow, entfällt sie — [MAE[X]WARE SOLUTIONS] ist unlesbar. In solchen Fällen den Eyebrow anders formulieren oder weglassen.
Zur Laufweite. Bei Monospace verteilt sich der Raum ohnehin gleichmäßig, das Zusammenkleben proportionaler Versalien tritt nicht auf. Deshalb genügen +0,04 bis +0,06 em bei kleinen Etiketten — dort trägt die Sperrung das Signal „Etikett, kein Wort“ mit. Beim Zähler bleibt sie auf 0, damit Ziffernkolonnen sauber untereinander stehen.
Eine Ausnahme: Code
Code lässt sich nicht in Versalien setzen. In technischer Dokumentation — dieser Styleguide eingeschlossen — steht Plex Mono deshalb auch im gemischten Satz: 13 px, Laufweite 0, für Codebeispiele, Dateinamen und Farbwerte. In Kundenmaterial gilt diese Ausnahme nicht. Sie ist eine Werkzeug-Einstellung, keine Markenrolle.
Layout & Abstände
Ein 8er-Raster mit einem 4er-Zwischenschritt. Alle Abstände sind Vielfache davon — das reicht, um Seiten ruhig wirken zu lassen.
4 · 8 · 12 · 16 · 24
32
· 48 · 64 · 96 · 128
Seite max. 1180 px
Textspalte 66 ch
Seitenrand
24 px
640 px · zweispaltige Blöcke
960 px ·
Randnavigation
1180 px · Seite wächst nicht weiter
Drei Schwellen für das Seitengerüst, mehr nicht. Bausteine dürfen eigene Schwellen haben, wenn ein Inhalt sie erzwingt — das Logo-Raster in Abschnitt 02 bricht bei 700 px um, weil die Logos in der Dreierreihe darunter die Mindestbreite aus Abschnitt 02 unterschreiten würden. Solche Werte gehören an den Baustein, nicht in diese Liste.
Vertikaler Rhythmus
Kein Grundlinienraster. Bei einer fluiden Skala ändert sich die Zeilenhöhe stufenlos mit der Fensterbreite — ein Raster, auf das jede Zeile einrastet, wäre nicht durchzuhalten und bricht beim ersten Bild. Der Rhythmus liegt stattdessen in den Abständen zwischen den Elementen.
Über einer Überschrift steht etwa viermal so viel Luft wie darunter. Dadurch gehört sie sichtbar zum folgenden Text statt zwischen zwei Blöcken zu schweben. Gleicher Abstand oben und unten ist der häufigste Grund, warum selbstgebaute Seiten ungegliedert wirken — und die eine Regel, die man sich merken sollte, wenn man sich nur eine merkt.
… letzter Satz des vorigen Absatzes.
Zwischentitel
Erster Satz des zugehörigen Absatzes …
… letzter Satz des vorigen Absatzes.
Zwischentitel
Erster Satz des zugehörigen Absatzes …
Die Abstände
| Zwischen | Abstand | Gesetzt als |
|---|---|---|
| Absatz → Absatz | 16 px | 1em |
| Text → nächste H3 | ~46 px | 2em an der H3 |
| H3 → zugehöriger Text | ~12 px | 0.5em |
| H4 → Text | ~9 px | 0.5em |
| Abschnittstitel → Vorspann | ~12 px | 0.35em |
| Überschrift → direkt folgende Überschrift | 12 px | --s-3 |
| Letztes Element in einem Kasten | 0 | — Innenabstand genügt |
| Abschnitt → Abschnitt | 144 px | --s-9 + --s-7 |
| Innenabstand Karte | 24 px | --s-5 |
em oder Pixel — die Trennlinie
- An Schrift: em. Abstände über und unter Überschriften und zwischen Absätzen. Wächst die H1 von 28 auf 39 px, wächst die Luft darüber mit. Deshalb stehen in der Tabelle Näherungswerte — der genaue Pixelwert hängt von der Fensterbreite ab.
- An Struktur: Pixel aus der 8er-Leiter. Abstände zwischen Abschnitten, Innenabstände von Karten, Lücken in Rastern. Die haben mit Schriftgröße nichts zu tun und sollen fest bleiben.
- An Satzbreiten: ch. Die Einheit hängt an der Zeichenbreite der laufenden Schrift. Eine Spalte mit 66ch behält ihre Zeichenzahl auch dann, wenn die Schriftgröße wechselt oder eine andere Schrift einspringt — eine Pixelbreite tut das nicht.
- Zeilenhöhen bleiben nach Lesbarkeit gewählt, nicht nach Teilbarkeit. 16 px bei 1,6 ergibt 25,6 px — kein Vielfaches von 8, und das ist in Ordnung.
Ein Hinweis für die Umsetzung: Senkrechte Abstände benachbarter Elemente addieren sich in CSS nicht, sie fallen zusammen — es gilt der größere Wert. Zwischen einem Absatz (1em unten) und einer folgenden H3 (2em oben) liegen also 2em, nicht 3em. Wer die Werte aus der Tabelle nachbaut, darf sie nicht aufsummieren.
Das gilt für Ränder, nicht für Innenabstände. Ein Innenabstand fällt mit keinem Rand zusammen. Deshalb ist die letzte Zeile der Tabelle die einzige, in der sich zwei Werte tatsächlich addieren: 96 px Rand unter dem einen Abschnitt plus 48 px Innenabstand über dem nächsten ergeben 144 px. Wer nur --s-9 nachbaut, bekommt einen Drittel zu wenig Luft zwischen den Abschnitten.
Ecken und Schatten
Leicht gerundet, kaum Schatten. Tiefe entsteht über Flächen und Linien, nicht über Weichzeichner.
4 px für kleine Marken, Etiketten und Listenzeilen. 8 px für Schaltflächen und Eingabefelder — die beiden stehen im Formular nebeneinander und teilen sich deshalb den Radius. 14 px für Karten, Kästen und Bilder. Vollrund nur bei Zählmarken, Personenbildern und segmentierten Schaltern wie der Themenumschaltung im Seitenkopf.
UI-Bausteine
Das Minimum, das jede neue Webseite braucht. Wer sich daran hält, muss über Schaltflächen und Formulare nicht mehr diskutieren.
Schaltflächen
| Stufe | Farbe | Regel |
|---|---|---|
| Hauptaktion | #AF4C32 |
Höchstens eine pro Bildschirm |
| Nebenaktion | #0B4E5C |
Beliebig oft |
| Zurückhaltend | Kontur #3F818E |
Abbrechen, Zurück |
Links im Fließtext
Immer unterstrichen und in #8F3D28 — Farbe allein reicht nicht, weil sie für Menschen mit Farbsehschwäche verschwindet.
Formulare
Beschriftung immer über dem Feld, nie nur als Platzhaltertext — der verschwindet beim Tippen. Fehlermeldungen stehen unter dem Feld und sagen, was zu tun ist: „Bitte eine E-Mail-Adresse mit @ eingeben“ statt „Ungültige Eingabe“.
Karten
Karte mit Kennzeichnung
Weiße Fläche, 1 px Linie in #BCC3C4, 14 px Radius, 24 px Innenabstand. #DCE0E0 bleibt den Trennlinien innerhalb eines Bausteins vorbehalten.
Karte in Petrol-Ton
Für eine einzelne betonte Karte in einer Reihe. Nicht für alle gleichzeitig.
Zustände
Ein Bedienelement hat mehr als einen Zustand. Wer nur den Ruhezustand gestaltet, überlässt den Rest dem Browser — und der trifft andere Entscheidungen als dieser Guide.
Die Ableitung ist eine Rechenregel, keine Geschmacksfrage. Überfahren heißt eine Stufe der Rampe weiter, Gedrückt zwei. Im hellen Thema geht es dabei abwärts, im dunklen aufwärts — dieselbe Bewegung, dieselbe empfundene Stärke. Wer das von Hand mischt, bekommt bei der zweiten Schaltfläche einen anderen Ton.
| Zustand | Marke | Akzent | Regel |
|---|---|---|---|
| Ruhe | --brand | --accent | Der Ausgangswert. |
| Überfahren | --brand-hover | --accent-hover | Eine Stufe. Nur mit Zeigegerät — auf dem Touchscreen gibt es diesen Zustand nicht. |
| Gedrückt | --brand-active | --accent-active | Zwei Stufen. Muss vorhanden sein, sonst fühlt sich der Klick tot an. |
| Fokus | --focus als Ring, Fläche unverändert | Kommt zusätzlich, ersetzt nie einen anderen Zustand. | |
| Deaktiviert | --disabled-bg auf --disabled-ink | Keine Markenfarbe. Ein blasses Terrakotta liest sich als Hauptaktion, die gerade lädt. | |
| Ausgewählt | --selected-bg als Fläche | Fläche, nicht Rahmen: ein Rahmen verschiebt das Layout um seine Stärke. | |
Dieselbe Reihe gilt für die Neben- und die zurückhaltende Schaltfläche, nur mit den Marken-Tokens statt der Akzent-Tokens.
Deaktiviert braucht eine Erklärung daneben. Eine ausgegraute Schaltfläche ohne Hinweis, was ihr fehlt, ist eine Sackgasse. Entweder steht der Grund als Satz darunter, oder das Element bleibt bedienbar und meldet beim Klick, was noch fehlt. Die zweite Fassung ist fast immer die bessere.
Der Zeiger gehört zum Zustand. cursor:pointer auf Klickbarem, cursor:not-allowed
auf Deaktiviertem. Und keine Fläche, die aussieht wie eine Schaltfläche, ohne eine zu sein.
Zustände sind nicht nur Farbe. Wer eine Auswahl allein über --selected-bg anzeigt, verliert sie im einfarbigen Druck und bei Farbsehschwäche. Ein Haken, ein Punkt oder eine fette Beschriftung muss mit — dieselbe Regel wie in Abschnitt 11.
Dunkles Thema
Dieselben Rampen, andere Stufen. Das dunkle Thema ist ausgewählt, nicht umgekehrt — eine gespiegelte Palette wird auf dunklem Grund grell und verliert die Marke.
Die Trennung, auf der alles beruht: Rampenwerte wie --teal-500 ändern sich nie. Rollen wie --surface oder --ink besetzen im dunklen Thema andere Stufen derselben Rampen. Im Stylesheet steht deshalb ausschließlich die Rolle. Wer var(--n-900) für Text schreibt statt var(--ink), baut eine Stelle, die im dunklen Thema schwarz auf schwarz läuft.
| Rolle | Hell | Dunkel | Wofür |
|---|---|---|---|
| --bg | n-50 | teal-900 | Seitengrund |
| --surface | n-0 | teal-800 | Karten, Kästen, Felder |
| --surface-2 | n-100 | teal-700 | Chips, Zeilen beim Überfahren |
| --ink | n-900 | teal-50 | Fließtext — 18,1:1 hell, 13,2:1 dunkel |
| --ink-2 | n-600 | teal-200 | Nebentext — 7,5:1 hell, 8,3:1 dunkel |
| --brand | teal-500 | teal-300 | Marke als Bedienelement |
| --brand-surface | teal-500 | teal-800 | Große Markenfläche, Seitenkopf |
| --accent | rust-500 | rust-300 | Hauptaktion |
| --accent-text | rust-700 | rust-300 | Links — 7,3:1 hell, 5,6:1 dunkel |
| --focus | rust-500 | rust-200 | Fokusring |
| --line-field | n-400 | teal-400 | Feldrahmen — 3,0:1 hell, 3,4:1 dunkel |
Alle Kontrastwerte sind gegen --surface gemessen — die Fläche, auf der Karten, Kästen, Tabellen und Felder stehen. Gegen --bg fallen sie im hellen Thema geringfügig niedriger aus und im dunklen höher; die Klasse ändert sich dadurch bei keiner Rolle. Bei einer Rolle ändert sich aber die Zulässigkeit — siehe den Kasten darunter.
Formularfelder gehören auf eine Fläche, nicht auf den Seitengrund
--line-field erreicht die 3:1 aus Abschnitt 11 im hellen Thema nur gegen --surface: 3,02:1 auf Weiß, aber 2,84:1 auf --bg. Ein Eingabefeld, das unmittelbar auf dem Seitengrund sitzt, hat also einen Rahmen unter der Grenze. Felder stehen deshalb in einer Karte, einem Kasten oder einem Formularbereich mit eigener Fläche — so, wie es die Demo in Abschnitt 06 vormacht. Im dunklen Thema besteht die Frage nicht: dort liegt der Rahmen gegen beide Flächen über 3:1.
Weiß auf Petrol wird im dunklen Thema nicht dunkler
Der Seitenkopf läuft in beiden Themen auf Petrol und trägt in beiden weiße Schrift. Solche dauerhaft dunklen Flächen — Seitenkopf, Fußzeile, der dunkle Kasten in Abschnitt 03 — folgen dem Thema nicht. Sie brauchen aber einen eigenen Fokusring: --focus ist im hellen Thema Terrakotta 500 und erreicht gegen Petrol nur 1,7:1. Dafür gibt es --focus-on-dark, in beiden Themen Terrakotta 200.
Was dem Thema nicht folgt
Folgt dem Thema
- Flächen, Text, Linien, Rahmen
- Schaltflächen und Formularfelder
- Hinweis- und Warnkästen
- Signal- und Diagrammfarben
Bleibt, wie es ist
- Logokacheln — ein Logo in Primärfarbe braucht Weiß hinter sich
- Farbfelder und Rampen — ein Muster von #FFFFFF ist weiß
- Der Briefbogen — Papier ist Papier
- Die Wortmarke selbst, in jeder Fassung
Der Regelblock steht im Stylesheet zweimal. Einmal unter
prefers-color-scheme für die Einstellung des Systems, einmal unter [data-theme="dark"]
für die Umschaltung von Hand. CSS kann eine Regelmenge nicht an zwei Bedingungen hängen. Wer einen
Wert ändert, ändert ihn an beiden Stellen — sonst weicht die Umschaltung von der Systemeinstellung
ab, und der Fehler zeigt sich nur bei einem der beiden Wege.
Ohne JavaScript gilt die Einstellung des Systems. Die Umschaltung oben rechts merkt sich die Wahl im Browser des Betrachters und sendet nichts an einen Server. „System" löscht die Wahl wieder.
Symbole
Strichzeichnungen auf einem festen Raster. Ein Symbol ist ein Schriftzeichen, kein Bild: es steht neben Text, erbt dessen Farbe und trägt dessen Gewicht.
| Merkmal | Wert | Warum |
|---|---|---|
| Raster | viewBox 0 0 24 24 | Ein Raster für alle. Gemischte viewBox-Größen ergeben unterschiedlich schwere Symbole nebeneinander. |
| Strichstärke | 1,5 | Passt zum Regular der Schrift. 2 wirkt neben Inter 400 wie ein Fettdruck. |
| Enden und Ecken | round | stroke-linecap und stroke-linejoin. Spitze Ecken fransen bei kleinen
Größen aus.
|
| Größen | 16 · 20 · 24 px | Drei, mehr nicht. 16 neben Fließtext, 20 in Schaltflächen, 24 als Blickfang. |
| Farbe | currentColor | Nie fest. Sonst folgt das Symbol dem Thema nicht und steht im dunklen schwarz auf dunkel. |
| Füllung | fill="none" | Ausnahme: ein Punkt oder eine Spitze, die zu klein für einen Strich ist. |
Die drei Symbole dieser Seite in den drei zulässigen Größen. Die Strichstärke bleibt 1,5 — sie skaliert mit, weil sie im viewBox-Raster steht und nicht in Pixeln.
Regeln für den Einsatz
- Unter 16 px keine Strichzeichnung. Bei 1,5 auf 24 Einheiten wird der Strich unterhalb von 16 px dünner als ein Gerätepixel und bricht weg. Wer kleiner muss, nimmt eine Fläche statt einer Kontur.
- Ein Symbol allein ist keine Beschriftung. Steht kein Text daneben, braucht die
Schaltfläche ein
aria-label; das Symbol selbst bekommtaria-hidden="true". Steht Text daneben, ist das Symbol immer dekorativ. - 3:1 gegen den Untergrund, wenn das Symbol bedient wird — dieselbe Schwelle wie für Feldrahmen. --ink-2 erfüllt sie in beiden Themen mit Reserve.
- Keine Bedeutung allein über die Form. Ein Häkchen heißt nicht überall Erfolg. Symbol und Wort zusammen, oder nur das Wort.
- Keine gemischten Sätze. Symbole aus zwei Bibliotheken erkennt man sofort an unterschiedlichen Rundungen und Strichenden. Eine Quelle, oder selbst zeichnen.
- Eindeutige IDs, wenn mehrere SVGs inline auf einer Seite liegen — dieselbe Falle wie beim Logoexport.
Diagramme
Vier Aufgaben, vier Paletten. Welche gilt, entscheidet nicht der Geschmack, sondern was die Farbe im Diagramm zu leisten hat.
Diagrammfarben sind nicht die Markenrampen
Petrol und Terrakotta sind gedeckt gewählt — genau richtig für Flächen, auf denen Text steht. Für Diagramme ist das zu wenig: nebeneinanderliegende Flächen brauchen Buntheit, sonst laufen sie ineinander. --teal-400 unterschreitet die Buntheitsgrenze für kategoriale Paletten. Die Diagrammfarben sind deshalb eigene, geprüfte Werte, die den Markenton aufnehmen, ohne aus der Rampe zu stammen. Sie stehen als Tokens bereit und werden nicht selbst gemischt.
Kategorial — Zugehörigkeit
Sechs Farben in fester Reihenfolge. Die erste Reihe bekommt --chart-1, die zweite --chart-2, und so weiter. Nie zyklisch weiterzählen, nie nach Größe sortiert vergeben: die Farbe gehört zur Sache, nicht zum Rang. Ein Filter, der Reihen ausblendet, darf die übrigen nicht umfärben.
Sechs sind das Ende der Fahnenstange. Ab der siebten Reihe wird zusammengefasst — „Übrige" als eine neutrale Fläche — oder das Diagramm zerfällt in mehrere kleine nebeneinander. Eine siebte Farbe zu erfinden zerstört die Prüfung, auf der die sechs beruhen.
Für Streudiagramme höchstens vier. Die Palette ist auf benachbarte Paare geprüft — Balken, Linien, gestapelte Flächen. Wo jede Farbe neben jeder liegen kann, halten nur vier den Abstand auch bei Farbsehschwäche.
Sequenziell — Menge
Ein Farbton, fünf Stufen, hell nach dunkel. Für Werte, die eine Richtung haben: Umsatz, Auslastung, Dichte. Der helle Endpunkt hebt sich noch vom Untergrund ab — sonst verschwindet der kleinste Wert.
Divergierend — Vorzeichen
Zwei Farbtöne mit neutraler Mitte. Für Werte mit Null- oder Sollpunkt: Abweichung vom Plan, Veränderung gegenüber dem Vorjahr. Die Mitte ist neutral, nie ein dritter Farbton — sonst liest sich der Nullpunkt als eigene Kategorie.
Signal — Zustand
Die drei Signalfarben aus Abschnitt 03, unverändert. Sie sind reserviert und werden nie als „Reihe 7" zweckentfremdet. Sie treten immer mit Symbol und Wort auf, nie als Farbe allein.
Was ohne Ausnahme gilt
- Eine Achse. Nie zwei y-Skalen in einem Diagramm. Zwei Größen mit verschiedenen Einheiten ergeben zwei Diagramme untereinander oder eine gemeinsame Indexbasis. Das ist der häufigste Fehler überhaupt — die zweite Achse erzeugt Zusammenhänge, die in den Daten nicht stehen.
- Ab zwei Reihen immer eine Legende, bei bis zu vier zusätzlich direkt am Ende der Linie beschriftet. Bei einer einzigen Reihe entfällt sie — der Titel nennt sie.
- Text trägt Textfarben. Werte, Achsen und Legendentexte stehen in --ink oder --ink-2, nie in der Farbe ihrer Reihe. Die Zugehörigkeit trägt das Farbfeld daneben.
- Gitter und Achsen treten zurück — --line, nicht --ink. Die Daten sind das Dunkelste im Bild.
- Nicht jeder Punkt bekommt eine Zahl. Beschriftet wird, was der Satz daneben behauptet: der Höchstwert, der letzte Wert, der Ausreißer.
- 2 px Untergrundfarbe zwischen aneinanderstoßenden Flächen — bei gestapelten Segmenten wie bei benachbarten Balken. Ohne diese Fuge verschmelzen zwei ähnliche Töne zu einem.
- Farbe ist nie der einzige Träger. Neben der Legende gehört eine Tabellenansicht dazu, spätestens wenn Zahlen genau abgelesen werden sollen.
Das dunkle Thema hat eigene Diagrammfarben, keine aufgehellten. Die hellen Werte auf dunklem Grund zu verwenden ergibt entweder zu wenig Kontrast oder grelle Flächen. Beide Sätze stehen als dieselben Tokens bereit — --chart-1 bis --chart-6 — und wechseln mit dem Thema. Wer die Tokens benutzt, muss nichts tun; wer Hex-Werte einträgt, hat im dunklen Thema ein zweites Diagramm zu pflegen.
Barrierefreiheit
Seit Juni 2025 gilt das Barrierefreiheitsstärkungsgesetz für viele gewerbliche Webseiten und Onlineshops. Die folgenden Punkte sind der Teil davon, der die Gestaltung betrifft.
- Kontrast: Text mindestens 4,5:1, ab 24 px oder 19 px fett mindestens 3:1. Bedienelemente und Symbole mindestens 3:1. Die Tabelle in Abschnitt 03 nennt geprüfte Kombinationen.
- Farbe nie allein: Ein roter Rahmen genügt nicht als Fehlerhinweis — es braucht zusätzlich Text oder Symbol.
- Sichtbarer Fokus: Wer mit der Tabulatortaste navigiert, muss sehen, wo er ist. Standard ist ein 3 px starker Rahmen in #AF4C32 mit 3 px Abstand. Auf Petrol ab Stufe 500 wechselt er auf #E8B3A2 — #AF4C32 erreicht dort nur 1,7:1 und ist praktisch unsichtbar. Wo auch das nicht trägt, etwa auf den Farbfeldern in Abschnitt 03, steht statt eines Rings ein zweifarbiger Innenrahmen weiß auf schwarz: der ist auf jedem Untergrund sichtbar. Bitte einmal selbst durchtabben.
- Klickfläche: freistehende Bedienelemente mindestens 44 × 44 px, auch wenn das Symbol kleiner ist. In dichten Listen, wo 44 px die Nachbarzeile überlappen und damit Fehlgriffe erzeugen würden, gilt die Untergrenze aus WCAG 2.2: 24 × 24 px, dann aber mit vollem Zeilenabstand ringsum und ohne Überschneidung. Die Kopiersymbole in Abschnitt 02 sind nach dieser zweiten Regel gebaut, der Symbolknopf am Token-Block nach der ersten.
- Schriftgröße: Fließtext fest auf 16 px (1rem). Alle
Größen in
rem— auch der mittlere Term einerclamp()-Formel, sonst greift die Vergrößerung im Browser dort nicht. - Bewegung:
prefers-reduced-motionbeachten und Animationen dann abschalten. - Alternativtexte für alle inhaltlichen Bilder. Rein dekorative Bilder bekommen
alt="".
Schnelltest ohne Fachwissen: Seite im Browser auf 200 % zoomen, einmal mit der Tabulatortaste durchgehen, und die Farbkombinationen in einem Kontrastprüfer gegenchecken. Damit sind die häufigsten Fehler gefunden.
Bild & Sprache
Kurz gehalten. Beides wirkt stärker auf die Wahrnehmung als jede Farbregel — und wird deshalb hier zumindest festgelegt.
Bilder
- Echte Aufnahmen aus dem eigenen Betrieb vor gekauften Bildern.
- Natürliches Licht, gedeckte Farben, keine kräftigen Filter.
- Menschen bei der Arbeit, nicht gestellt in die Kamera lachend.
- Querformat 3:2, für Kopfbereiche 16:9, für Porträts 4:5.
- Keine Bilder mit eingebranntem Text — der lässt sich nicht übersetzen und nicht vorlesen.
Sprache
- Anrede: Du. Einheitlich auf allen Kanälen.
- Kurze Sätze, aktive Verben, keine Substantivketten.
- Schaltflächen sagen, was passiert: „Angebot anfordern“ statt „Absenden“.
- Fehlermeldungen erklären den nächsten Schritt statt sich zu entschuldigen.
- Firmenname immer in gleicher Schreibweise — auch im Fließtext.
Briefpapier, Visitenkarte, Flyer. Die Regeln aus Web gelten weiter — Farbe und Schrift verhalten sich im Druck aber anders und brauchen eigene Werte.
Farbwerte für den Druck
Am Bildschirm sind die Hex-Werte maßgeblich, die folgenden Angaben sind davon abgeleitet. Im Druck ist der Farbort in Lab der verbindliche Sollwert — Petrol steht auf L*29,9 a*−16,2 b*−14,2 (D50). CMYK und Pantone sind Näherungen und dürfen je nach Papier und Profil abweichen, solange sie diesen Ort treffen; eine verbindliche Sonderfarbnummer ist bewusst nicht festgelegt. Vor der ersten Auflage einen Andruck oder Proof prüfen — Petroltöne verschieben sich im Vierfarbdruck sichtbar ins Grüne.
| Farbe | HEX | CMYK (Richtwert) | Pantone (annähernd) |
|---|---|---|---|
| Petrol | #0B4E5C |
88 / 15 / 0 / 64 | 3165 C |
| Terrakotta | #AF4C32 |
0 / 57 / 71 / 31 | 7599 C |
| Text | #12171A |
0 / 0 / 0 / 100 | Schwarz |
Bei kleinen Auflagen lohnt sich eine Sonderfarbe für das Petrol: Im Vierfarbdruck wirkt eine so dunkle Mischfarbe schnell fleckig, besonders auf ungestrichenem Papier. Die Druckerei berät dazu — der Aufpreis ist bei Briefpapier gering.
Schrift im Druck
- Variable Schriften machen in InDesign und Word Probleme. Für Print die statischen Inter-Schnitte installieren — genau die drei aus Abschnitt 04: Regular, Medium, SemiBold. Bold gehört nicht dazu und wird auch nicht nachinstalliert: Was im System liegt, greift Word bei der nächsten Überschrift wieder ab. Von IBM Plex Mono genügt Regular; ein zweiter Schnitt käme nirgends vor.
- Fließtext 10–11 pt, Zeilenabstand 14–15 pt. Kleinstes zulässiges Maß: 7 pt (Impressum, Fußzeile).
- Große Überschriften auch hier enger stellen: −20 bis −35 Einheiten Laufweite. Im Druck fehlt die optische Achse, die am Bildschirm mitarbeitet.
- Auch im Druck laufen Überschriften im Regular. Word setzt sie ab Werk fett — Formatvorlagen einmal anpassen.
- Plex Mono im Druck nur für Etiketten und Ziffern, ab 8 pt, Laufweite +40 bis +60 Einheiten bei Versalsatz, 0 bei Zahlenkolonnen. Anschriften, Fußzeilen und Kontaktdaten laufen in Inter.
- Für Word-Vorlagen, die extern weitergegeben werden: beide Schriften einbetten. Ersatz nur im Notfall — Arial für Inter, Courier New für Plex Mono. Keine dritte Schrift.
- Zahlen in Word-Tabellen: Inter mit der Zeichenoption „Tabellenziffern“. Plex Mono ist dafür nicht nötig.
Druckdaten
300 dpi, 3 mm Beschnittzugabe, Schnittmarken, PDF/X-4, Farbprofil PSO Coated v3 (FOGRA51) für gestrichenes und PSO Uncoated v3 (FOGRA52) für ungestrichenes Papier — eine Profilgeneration, ISO Coated v2 nicht dazumischen. Schriften einbetten.
Briefbogen DIN A4
Aufbau nach DIN 5008 Form B, damit die Anschrift in jedem Fensterumschlag sitzt. Maße vom oberen Blattrand.
85 × 45 mm
| Rand links | 24,1 mm |
| Rand rechts | min. 8,1 mm, empfohlen 20 mm |
| Anschriftfeld | ab 45 mm, 85 × 45 mm |
| Informationsblock | ab 50 mm, rechts · Inter 9 pt |
| Falzmarken | 105 mm und 210 mm |
| Lochmarke | 148,5 mm |
| Fußzeile | Inter 8 pt, Linie in Terrakotta |
Logo oben links in Primärfarbe, 45 mm Breite — die Mindestgröße aus Abschnitt 02. Ab der zweiten Seite entfällt das Logo, nur die Fußzeile bleibt. Brieftext und Anschrift in Inter 11 pt. Plex Mono steht hier ausschließlich auf den Feldbezeichnungen des Informationsblocks („KUNDEN-NR“, „DATUM“) und auf der Kundennummer selbst.
Visitenkarte
85 × 55 mm. Vorderseite: Logo in Primärfarbe auf Weiß, Name in Inter 9 pt SemiBold, Funktion in Inter 8 pt Regular Grau, Kontaktdaten in Inter 8 pt — E-Mail-Adressen sind gemischter Satz und gehören damit zu Inter. Plex Mono nur auf der Durchwahl. Rückseite vollflächig Petrol mit weißem Signet, sonst leer.
Design-Tokens
Alle Werte dieses Styleguides als CSS-Variablen. Einmal kopieren, im neuen Projekt einsetzen — dann stimmen Farben, Größen und Abstände von selbst.
Nie einen Wert direkt schreiben. Nicht #0B4E5C, sondern var(--teal-500). Nicht 24px, sondern var(--s-5). Nur so lässt sich eine Farbe oder ein Abstand später an einer Stelle ändern statt an vierzig.
Neun Tokens ruft auf dieser Seite keine Regel ab und stehen trotzdem im Block: der flache Schatten --shadow-1, der größte Abstand --s-10, drei Rampenstufen (--rust-800, --n-700, --n-800) und vier der sechs Ebenen (--z-dropdown bis --z-toast). Das ist kein Ballast, sondern der Zweck: eine Seite ohne Überlagerungen braucht keine Modalebene, ein Projekt mit Dialogen sehr wohl. Rampenstufen sind ohnehin ein Vorrat, aus dem die Rollen schöpfen — welche Stufe gerade greift, steht in Abschnitt 08.
--t-h2 kommt vor, aber nur als Muster in Abschnitt 04: Der Styleguide ist flach gebaut und führt seine Abschnittstitel in der H1-Rolle. Ein Dokument mit tieferer Gliederung setzt die Stufe ein, ohne sie neu erfinden zu müssen.
Der Block wird beim Laden der Seite aus dem Stylesheet erzeugt und benötigt JavaScript. Ohne JavaScript steht er im Quelltext dieser Seite unter :root.